Ertl, Horn & Partner
 
Kölnbreinsperre

In den Jahren 1971 bis 1978 wurde mit der Kölnbreinsperre die größte Staumauer Österreichs errichtet. Das Gestaltungsprinzip ist eine doppelt gekrümmte Bogenmauer. Sie erreicht eine Mauerhöhe von 200 m und ist an der Krone 626 m lang und 7,6 m breit. Die Basis erreicht eine maximale Breite von 41 m. Die gesamte Betonkubatur fasst 1,58 Mio. m³ und hält unter Vollstau dem Druck von 5,4 Millionen Tonnen Wasser stand.
1978 signalisierten rund 400 der eingebauten Meßstellen Probleme. Wasser drückte durch Risse an der Basis der höchsten Sperrenblöcke. Ursache nach Urteil der Experten war eine Überbeanspruchung des Sperrenbetons entlang der Aufstandsfläche infolge der in diesem Bereich wirkenden Horizontalkomponente des Wasserdrucks, verstärkt durch einen unerwartet hohen Unterschied im Verformungsverhalten von Talsperre und Gebirge.

In einem aufwendigen Verfahren wurde die Mauer von 1989 bis 1994 saniert.
Das Büro Ertl, Horn & Partner übernahm die wasserrechtliche Bauaufsicht und überwachte somit die fach- und vorschriftsmäßige Ausführung der Bauarbeiten und die Einhaltung der einschlägigen Bestimmungen des Bewilligungsbescheides.

Die Sanierung bestand in der Errichtung eines Stützgewölbes auf der Luftseite der bestehenden Sperre. Im Mittelschnitt beträgt seine Höhe ca. 60 m, die Aufstandbreite ca. 65, und die Kronenbreite ca. 18 m. Es wurden rund 450.000m³ Beton und eine Einschüttung mit rund 150.000 m³ eingebracht.
Dieses Stützgewölbe überträgt rund 22% der Gesamtlast der Sperre bei Vollstau. Die Abstützkraft wird über eine entlang der luftseitigen Aufstandsfläche verlaufende „Injektionsfuge“ und über Stützkonsolen mit rund 600 einstellbaren Elastomerlagerkonstruktionen übertragen.
Durch das Stützgewölbe werden die Verschiebungen und Verdrehungen des Sperrenkörpers und die hohen Schubspannungen in den Aufstandsflächen auf ein zulässiges Maß abgemindert, sodass der Spannungszustand vom leeren zum vollen Becken im Wesentlichen ohne die Entstehung von Zugrissen oder Öffnung von bestehenden Rissen im Sperrenkörper vor sich geht.

Die andere Sanierungsmaßnahme bestand aus Bohr- und Injektionsarbeiten. Diese hatten die Aufgabe, den Sperrenbeton und den Untergrund zu stabilisieren, sodass die Kontinuität des Bauwerks im statischen Sinn wiederhergestellt wurde.
Die Injektionsarbeiten an der Sperre stellten den monolithischen Betonkörper, die Injektions- und Bohrarbeiten im Untergrund den in den Untergrund reichenden Dichtschirm wieder her, zusätzlich mindern sie den Sohlwasserdruck und reduzieren die Sickerwassermenge drastisch.

 
Ansicht Unterlauf
Errichtung Stützgewölbe
Errichtung Stützgewölbe
 
Ertl, Horn & Partner Ziviltechniker GmbH Ingenieurkonsulenten für Bauwesen
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